Hausaufgaben Schulhaus Rotweg/Gehren

Die Frage der Wirkung von Hausaufgaben wird kontrovers diskutiert. Verschiedene Studien belegen, dass Schule und Freizeitgestaltung unsere Kinder immer mehr belasten und dass einzelne sogar schon im Primarschulalter unter Burnout-Symptomen leiden. Eine wesentliche Rolle sollen dabei auch die Hausaufgaben spielen. Untersuchungen zu Hausaufgaben zeigen, dass diese nur dann wirkungsvoll sind, wenn damit das selbständige Vertiefen zu Hause in kleinen Verarbeitungsmengen trainiert wird. Dieser Erkenntnisse zum Trotz sind grosse Hausaufgabenmengen oft Alltag und viele Eltern verbinden die Qualität einer Schule nach wie vor mit dem Vorhandensein und der Quantität von Hausaufgaben. Zudem sei erwähnt, dass mit der Einführung des Lehrplans 21 die Anzahl Wochenlektionen für die Schülerinnen und Schüler erhöht wurde.

Diese Ausgangslage sowie die unterschiedlichen Erfahrungen der Lehrpersonen zur Wirkung der Hausaufgaben haben wir als Anlass für eine Überprüfung der Situation an unserer Schule genommen. Im vergangenen Schuljahr entschieden die Unterstufenlehrpersonen, im Advent keine, respektive nur freiwillige Hausaufgaben, zu erteilen. Diese Massnahme stiess bei den Beteiligten auf sehr positive Resonanz. Anschliessend setzten wir uns an der internen Teamweiterbildung im März 2019 vertieft mit dem Thema Hausaufgaben auseinander. Hieraus ergab sich, dass wir umfassende Informationen zur Hausaufgabensituation an unserer Schule benötigen, um allfällige Anpassungen den Bedürfnissen unserer Schülerschaft entsprechend vorzunehmen. Im Frühling 2019 führten wir Befragungen bei den Lehrpersonen, den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern durch. Hier die Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, die sich dabei herauskristallisierten:

 

- Wunsch der Eltern nach gemeinsamer Hausaufgabenkultur und Absprachen unter den Lehrpersonen

- Wunsch der Eltern nach hausaufgabenfreien Tagen

- Wunsch der Eltern nach zeitlich begrenzten Hausaufgaben

- viele Eltern erachten Systemwechsel zu im Unterricht integrierten Hausaufgaben als sinnvoll

- viele Schülerinnen und Schüler empfinden die Hausaufgaben als Belastung

- viele Schülerinnen und Schüler finden Hausaufgaben wichtig, aber nicht zu viel

- keine, respektive nur freiwillige Hausaufgaben, im letzten Advent wurden als Entlastung wahrgenommen (Unterstufe)

 

Aufgrund der gesammelten Erkenntnisse der ersten Befragung entwickelten wir im Team folgende Empfehlung zur gemeinsamen Handhabung an unserer Schule:

- Mittwoch und Freitag hausaufgabenfrei

- Advent hausaufgabenfrei

- Beschränkung der Zeit, in Anlehnung an die Empfehlung im Kanton Bern

(Zyklus 1: 30`/Woche und Zyklus 2: 45`/Woche)

 

Diese Handhabung erprobten wir im Schuljahr 2019/20. Um ein möglichst ganzheitliches Bild der Situation zu erhalten, holten wir im Juni 2020 wiederum Rückmeldungen bei den Eltern, den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrpersonen ein. Wir danken allen, die sich vor den Sommerferien Zeit genommen haben für die Auswertung dieses Versuchs. Die Ergebnisse und unsere Erkenntnisse präsentieren wir in einem nächsten Schritt der Behörde. Danach können wir über die Resultate, Erkenntnisse und das weitere Vorgehen berichten. In der Zwischenzeit informieren die Klassenlehrpersonen die Eltern individuell über die Handhabung in ihrer Klasse.

 

Es ist unbestritten, dass bei all unseren Bestrebungen eine positive Unterstützung der Kinder durch die Eltern zu Hause zentral ist. Aus unserer Sicht fördern Sie ihr Kind am besten, wenn Sie es bestärken, die Hausaufgaben selbständig und gewissenhaft zu erledigen. Für die Klassenlehrperson ist es zudem wichtig zu erfahren, wenn Sie beobachten, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn mit den Aufgaben über einen längeren Zeitraum hinweg über- oder unterfordert ist.

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Zusammenarbeit, wenn es um das Wohl und die Bildung der uns anvertrauten Kinder geht.